Warum in einen ergonomischen Bürostuhl investieren?
Warum investieren wir in Autos und Betten, vergessen aber den Bürostuhl?
Wenn wir ein neues Auto auswählen, verbringen wir oft Wochen damit, verschiedene Modelle miteinander zu vergleichen. Wir achten auf die Sitze, das Fahrwerk, den Geräuschpegel, die Ausstattung und sogar darauf, wie sich das Lenkrad in unseren Händen anfühlt.
Beim Kauf eines Bettes probieren wir verschiedene Matratzen aus und überlegen, ob sie den Körper richtig unterstützen. Bei der Wahl eines Kissens denken wir an Schlafposition, Materialien und Nackenstütze. Ein Sofa soll bequem sein, ein Fernseher die richtige Größe und Bildqualität haben, und selbst bei der Wahl unserer Schuhe achten wir darauf, wie sich unser Körper darin fühlt.
Doch dann kommen wir zum Bürostuhl. „Fühlt sich eigentlich ganz bequem an.“ Und das reicht vielleicht schon. Dabei ist der Bürostuhl einer der Gegenstände, die viele von uns am häufigsten benutzen.
Wir investieren in Dinge, deren Wert wir verstehen
Der Wert eines guten Autos ist leicht nachvollziehbar. Wir spüren den Unterschied zwischen einem einfachen und einem hochwertigen Sitz, einem leiseren Innenraum oder einem besseren Fahrwerk. Auch die Bedeutung eines guten Bettes verstehen wir. Niemand wundert sich darüber, dass eine hochwertige Matratze mehr kostet – schließlich verbringen wir ungefähr ein Drittel unseres Lebens im Bett. Auch für Komfort zu Hause sind wir bereit, Geld auszugeben. Ein gutes Sofa, ein hochwertiger Fernseher, zuverlässige Küchengeräte oder ein neues Smartphone erscheinen uns als vollkommen vernünftige Investitionen.
Beim Bürostuhl ist unsere Einstellung jedoch oft eine andere.
Er wird noch immer eher als Möbelstück denn als Arbeitsmittel betrachtet. Für jemanden, der einen großen Teil des Tages am Schreibtisch verbringt, ist ein ergonomischer Bürostuhl jedoch eines der am häufigsten genutzten Arbeitsmittel überhaupt.
Denken Sie in Stunden, nicht nur in Preisen
Nehmen wir an, Sie sitzen während eines Arbeitstages etwa sieben Stunden.
Fünf Tage pro Woche.
Ungefähr 220 Arbeitstage im Jahr.
Das ergibt rund 1.540 Stunden pro Jahr.
In fünf Jahren sind das mehr als 7.700 Stunden.
Aus dieser Perspektive wird aus der Frage „Wie viel kostet ein Bürostuhl?“ eine ganz andere Frage:
„Worauf möchte ich die nächsten 7.000–8.000 Stunden sitzen?“
Wenn wir genauso viel Zeit auf einem Autositz verbringen würden, würden wir seinem Komfort wahrscheinlich sehr viel Aufmerksamkeit schenken. Am Arbeitsplatz gewöhnen wir uns dagegen häufig einfach an den Stuhl, der gerade vorhanden ist.
Ein bequemer Stuhl ist nicht automatisch ein guter Bürostuhl
Hier gibt es einen weiteren wichtigen Unterschied.
Die Aufgabe eines Sofas kann einfach darin bestehen, uns Entspannung zu ermöglichen. Ein Bürostuhl muss mehr leisten. Ein guter ergonomischer Bürostuhl sollte berücksichtigen, dass der menschliche Körper nicht dafür geschaffen ist, stundenlang völlig bewegungslos in derselben Position zu verharren.
Wir lehnen uns nach vorne, zurück, drehen uns, strecken uns, verändern die Position unserer Beine und stehen zwischendurch auf. All das ist vollkommen natürlich. Ergonomisches Sitzen bedeutet deshalb nicht einfach, den Körper in einer theoretisch „richtigen“ Position zu fixieren. Ebenso wichtig ist es, die Sitzposition verändern und sich während des Sitzens bewegen zu können.
Das Wertvollste im Büro sitzt eigentlich auf dem Stuhl
Unternehmen investieren in Computer, Monitore, Telefone, Software und andere Technologien. Diese werden regelmäßig erneuert, weil bessere Arbeitsmittel dazu beitragen können, schneller und effizienter zu arbeiten.
Doch die wertvollste Ressource ist nicht der Computer.
Es ist der Mensch, der davor arbeitet.
Wenn der Arbeitsplatz den Körper dazu zwingt, über Stunden in einer unbequemen oder statischen Position zu bleiben, kann dies das Wohlbefinden, die Konzentration und die Qualität des gesamten Arbeitstages beeinflussen.
Deshalb sollten ergonomische Bürostühle genauso betrachtet werden wie andere professionelle Arbeitsmittel.
Ein guter Bürostuhl ist nicht einfach nur ein Teil der Büroeinrichtung. Er ist Teil der Arbeitsumgebung.

Warum bezahlen wir für einen elektrisch verstellbaren Autositz, aber nicht für einen Bürostuhl?
Die Automobilindustrie hat die Bedeutung des Sitzens längst erkannt.
Autos verfügen über elektrisch verstellbare Sitze, Lordosenstützen, einstellbare Sitztiefen, Memory-Funktionen, Sitzheizung, Belüftung und zahlreiche weitere Funktionen. Und das in einer Umgebung, in der viele Menschen vielleicht nur ein oder zwei Stunden am Tag verbringen.
Auf einem Bürostuhl sitzen wir dagegen möglicherweise acht Stunden.
Trotzdem scheint es manchmal völlig normal zu sein, dass bei der Auswahl eines Bürostuhls vor allem der Preis oder die Frage entscheidend ist, ob er farblich zur Büroeinrichtung passt. Das ist ein ziemlich bemerkenswerter Widerspruch.

Selbst der beste Stuhl kann Bewegung nicht ersetzen
Dabei ist ein Punkt besonders wichtig.
Kein ergonomischer Bürostuhl kann acht Stunden ununterbrochenes Sitzen automatisch gesund machen.
Der menschliche Körper braucht Bewegung.
Stehen Sie auf. Gehen Sie ein paar Schritte. Strecken Sie sich. Wechseln Sie Ihre Arbeitsposition. Führen Sie ein Telefongespräch nach Möglichkeit im Stehen oder während Sie sich bewegen.
Ein guter Bürostuhl sollte Bewegung nicht ersetzen.
Ein guter Bürostuhl sollte Bewegung unterstützen.
Genau darin unterscheiden sich moderne ergonomische Bürostühle von der traditionellen Vorstellung, ein Stuhl müsse den Menschen möglichst fest in einer einzigen „richtigen“ Position halten.
Setzen Sie den Preis eines Bürostuhls ins richtige Verhältnis
Der Preis eines hochwertigen Bürostuhls kann auf den ersten Blick hoch erscheinen.
Dasselbe könnte man jedoch über eine gute Matratze, ein Smartphone, einen Fernseher oder die Sonderausstattung eines Autos sagen.
Der Unterschied liegt darin, wie intensiv wir den jeweiligen Gegenstand nutzen.
Wenn beispielsweise ein Bürostuhl für 1.500 Euro acht Jahre lang an etwa 220 Arbeitstagen pro Jahr genutzt wird, kostet er weniger als einen Euro pro Arbeitstag.
Und auf diesem Stuhl können Tausende von Stunden verbracht werden.
Statt beim Kauf eines Bürostuhls also nur auf den Preis zu achten, lohnt es sich, andere Fragen zu stellen:
• Passt der Stuhl zu meinem Körper und meiner Arbeitsweise?
• Ermöglichen mir die Einstellmöglichkeiten, eine für mich passende Sitzposition zu finden?
• Kann ich mich beim Sitzen natürlich bewegen?
• Lässt sich der Stuhl anpassen, wenn sich meine Bedürfnisse verändern?
• Sind Konstruktion und Materialien für eine langfristige Nutzung ausgelegt?
Diese Fragen sagen wesentlich mehr über den tatsächlichen Wert eines Stuhls aus als sein Preisschild.
Vielleicht müssen wir einfach anders über den Bürostuhl denken
Wir finden es nicht ungewöhnlich, in ein gutes Auto zu investieren.
Eine hochwertige Matratze betrachten wir nicht als unnötigen Luxus.
Wir verstehen, warum gute Schuhe unsere Füße unterstützen sollten und warum Arbeitsmittel zu dem Menschen passen müssen, der sie benutzt.
Dieselbe Logik könnte auch für den Stuhl gelten.
Denn wenn Sie einen großen Teil Ihres Arbeitstages im Sitzen verbringen, ist ein ergonomischer Bürostuhl nicht einfach nur ein Möbelstück.
Er ist der Ort, an dem Sie arbeiten, denken, kommunizieren, Entscheidungen treffen und Ideen entwickeln. Und vielleicht verdient ein Gegenstand, auf dem wir Tausende von Stunden unseres Lebens verbringen, etwas mehr Aufmerksamkeit, als wir ihm bisher geschenkt haben.


